Großformatige Vintageteppiche

Ausstellung von Poltrona Frau und Kiran Kelim & Teppich Kunst in Berlin

In der Stilwerk Mall sind im Februar Sitzmöbel des italienischen Herstellers Poltrona Frau auf großformatigen Vintageteppichen von Kiran zu sehen. Die frischen Farben der Teppiche lassen den Frühling schon erahnen. Die Teppiche sind mit Längen von 310 cm bis 380 cm sowohl für Essbereiche als auch für großzügige Wohnbereiche geeignet. Die gezeigten Teppiche geben einen ersten Eindruck von der Vielfalt der Farben.

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Farbenfrohe Kelims für Essbereiche

Große Kelims für Essbereiche – farbenfroh und pflegeleicht

Um einen Essbereich zu einem gemütlichen Ort zu machen, an dem man sich mit Freunden und der Familie trifft, braucht es wenig: Einen Tisch, ein paar Stühle und einen Teppich oder Kelim der den Bereich definiert. Das klingt ganz sachlich, doch am Ende verändert ein Kelim den Raum immens. Es entsteht durch ihn ein Raum im Raum, der verbindet und abgrenzt zugleich.

Die hier gezeigten Kelims sind aus unserem Vintage-Projekt. Dafür wurden alte, oft unbenutzte, handgefertigte Kelims aufgetrennt und die Wolle neu gefärbt und anschließend traditionell handgewebt. Die so entstandenen Kelims haben ihren ganz eigenen Charme. Leuchtende, frische Farben, teilweise kombiniert mit althergebrachten, anatolischen Symbolen bringen eine unaufgeregte Fröhlichkeit in den Raum, der man sich kaum entziehen kann.

Mehr zu dem ökologischen Ansatz erfahren Sie unter Vintage-Kelims und mehr große Kelims für Essbereiche und natürlich auch für Wohnräume oder Arbeitszimmer sind unter große Kelims zu finden.

Kiran erzählt aus seinem Leben – Interview

Für die Ausgabe der Immobilienwelten vom 8.10.2016 von Berliner Zeitung und Berliner Morgenpost wurde Herr Kiran zu einem Interview gebeten.

In dem Artikel erzählt er von seiner Leidenschaft zu Kelims und von seiner Liebe zum Theater und zur Kunst. Und er berichtet, wie ihn sein Weg aus Ankara über Rom, Mailand und Genf bis nach Berlin führte. Hier führt Kiran sein Geschäft seit nunmehr 16 Jahren im Stilwerk, seit fünf Jahren zusammen mit seiner Partnerin Janette Steuer.

Aber lesen Sie selbst:

Kiran Interview in Berliner Morgenpost 2016

Leidenschaft

Orhan Kiran betreibt im Stilwerk Berlin einen gut gehenden Handel mit Kelims, Teppichen und Läufern. Für ihn sind sie Zeugnisse Jahrtausende alter Handwerkskunst 

Text Ulf Teichert, Fotos Cathrin Höhn

Den Bassa Selim aus Mozarts Oper „Die Entführung aus dem Serail“ nimmt man ihm sofort ab. Und nicht nur, weil er diese Rolle rezitieren kann. Nein, Orhan Kiran entspricht mit seiner Wallemähne, dem grauen Bart, seinem aufrechten Gang und dem festen Händedruck ziemlich genau dem Klischee vom erfolgreichen Kaufmann. Mit einem kleinen, aber entscheidenden Unterschied zum Original. Aber davon später. Jetzt interessiert erst einmal der Mann, der uns im zweiten Stock einer Zehlendorfer Gründerzeitvilla empfängt und seit mehr als 20 Jahren versucht, seine Leidenschaft für gute Teppiche auf das Berliner Publikum und seine auswärtigen Gäste zu übertragen. Zuerst mit Hilfe seines Ladengeschäfts in der Bleibtreustraße, später im Stilwerk Berlin. Was ihm ganz gut gelungen sein muss. da er im vergangenen Jahr mit „Kiran Kelim & Teppich Kunst“ 15-jähriges Stilwerk-Bestehen feiern konnte.

Kleine Familienbetriebe. Die Kelims  —  allesamt „Nachfahren“ der von Nomaden in der vorislamischen Zeit erfundenen Bodenbeläge und Wandbehänge  —  Teppiche und Läufer, die bei „Kiran“ verkauft werden, sind aus natürlichen Materialien wie Wolle, Hanf und Seide sowie ganz traditionell von Hand gefertigt. „Ich kenne alle meine Hersteller in Anatolien und Persien persönlich“, erzählt Kiran. Der, wenn man ihn nach der Bedeutung seiner „Ware“ fragt, gern Edgar Allan Poe („Sein Zimmer“) zitiert „Der Teppich ist die Seele des Zimmers“. Der das im Verständnis des 61-Jährigen nur deshalb sein kann, weil bei dessen Herstellung höchste Qualität und faire Behandlung aller Beteiligten garantiert sind. „Ich könnte mich nicht an einem Kelim erfreuen, der von Kindern gewebt wurde“, sagt Orhan Kiran. Die bei ihm verkauften Kelims und Teppiche werden nach wie vor in kleinen Familienbetrieben traditionell gewebt und geknüpft und sind Zeugnisse einer Jahrtausende alten traditionellen Handwerkskunst. „Das handwerkliche Geschick und die Hingabe der Weberinnen und Knüpferinnen in ihrer Arbeit“, so Kiran, „bestimmen den einzigartigen Charakter dieser unverwechselbaren Unikate und finden deshalb unsere höchste Wertschätzung.“

Brennen für alte Dinge. Zum Teppich kam Orhan Kiran übrigens wie die Jungfrau zum Kinde. Mit dem Ziel, Bühnenschauspieler zu werden, hatte er vor gut 40 Jahren an der Hochschule der Künste in Ankara begonnen zu studieren. Nach dem ersten Semester lud ihn ein mit der Familie befreundeter Antiquitätenhändler ein, ihn in den Sommerferien bei seinen Reisen zu begleiten und sich etwas dazu zu verdienen. Der Rest ist Geschichte. Kiran fing Feuer für alte Dinge und kaufte sich bald seinen ersten kleinen Teppich. War es am Anfang eher Hobby, sorgte spätestens eine nicht unerhebliche Finanzspritze seiner Mutter dafür, dass daraus relativ zügig etwas wurde, womit sich gutes Geld verdienen ließ. Zuerst ausschließlich in der Türkei unterwegs, tat sich Orhan Kiran schnell auch in Mailand, Rom und München um, eröffnete in Genf eine Teppich-Galerie und betrieb später im Hamburger Freihafen einen Großhandel.

Besondere positive Energie. „Ich wollte aber nicht nur handeln, sondern auch selbst entwerfen“, erzählt Kiran. Der beste Ort, etwas Neues auszuprobieren, schien ihm Anfang der 1990er Jahre Berlin zu sein. Eine Stadt, die aus seiner Sicht bis heute eine ganz besondere positive Energie ausstrahlt. Vom Entwerfen eigener Muster hat sich Kiran inzwischen „etwas zurückgezogen“. Stattdessen entdeckte er unlängst seine alte Leidenschaft fürs Theater wieder und stand in einem deutsch-türkischen Integrationsprojekt als Bassa Selim auf der Bühne. Seine neueste Liebe gilt dem Tango, dem er sich zweimal die Woche mit seiner Lebensgefährtin und Geschäftspartnerin hingibt. Das Allerschönste: Ganz im Gegensatz zum unglücklich verliebten Mozart-Helden, wurde Orhan Kiran erhört. Demnächst nämlich ist Hochzeit.


Hinter Kiran an der Wand hängt ein Bild von Holger Lippmann und auf dem Foto von der Kelimausstellung „Pax de deux“ im Sommer 2016 im Stilwerk sind Plastiken des Bildhauers Thomas Reichstein abgebildet .

Kelimausstellung „Pax de deux“ >>

www.holgerlippmann.de >>

www.bildhauerei.org >>

Eröffnung der Crime-Time-Lesungen mit „Lass mich Leben Istanbul“ von Cecil Oker

crime-time-cecil-okerAm 10. September 2016 um 19 Uhr startet bei Kiran Kelim & Teppich Kunst die Lesungsreihe „Crime Time“ mit „Lass mich Leben, Istanbul!“ von Celil Oker –  gelesen von Stephan Buchheim und vorgestellt von Rainer Wittkamp.

Celil Oker, geboren 1952 in Kayseri/Türkei, studiert Anglistik in Istanbul bevor er als Journalist, Übersetzer und Leiter einer Werbeagentur arbeitet. Angespornt durch einen türkischen Wettbewerb für Kriminalliteratur entstand sein erster, preisgekrönter Kriminalroman „Schnee am Bosporus“. Der Autor erfand dafür die Romanfigur Remzi Ünal, einen nikotin- und kaffeesüchtigen Privatdetektiv.

Ausgangspunkt von Ockers Romanen ist immer die Stadt Istanbul, mit all ihren Schattenseiten und Bruchstellen. In dem Roman „Lass mich leben, Istanbul“ sucht Protagonist Remzi Ünal nach der verschwundenen Krankenschwester Begüm und stößt dabei auf verwegene Gestalten. Alt und neu verbindet sich, die Handlungen sind verschachtelt, Realitäten verschwimmen. Tauchen Sie mit uns ein in die faszinierende und düstere Welt Istanbuls.

Auszug aus dem Buch: »Ich stand auf und ging zum Fenster. Da lag Istanbul vor mir, Fenster, Balkons, Dächer, Menschen. Von oben sah alles ganz friedlich aus. Als täten die Menschen zwischen diesen Mauern sich nicht gegenseitig weh. Und töteten sich nicht aus Gier, aus Liebe, aus Unzulänglichkeit. Ich atmete tief durch. Halt aus, Remzi Ünal. Das ist dein Istanbul. Deine Menschen…«

Vintageteppiche aus Anatolien

vintageteppich-305x178_2170_3109_niw-195x300Unserer neuen Vintageteppiche aus Anatolien erstrahlen in leuchtenden Farben: Rot-, Violett- und Rosa- stehen neben frischen Blau-, Türkis- und Grüntönen. Aus hunderten von Teppichen suchen wir die schönsten aus. Wichtig ist uns dabei, neben einem einwandfreiem Zustand, die Ausstrahlung, die der Teppich hat. Nur mit einer harmonischen Gesamtwirkung werden Vintageteppiche zu einem Schmuckstück in Ihrem Raum.

Die Teppiche sind durch den niedrigen, abgenutzten Flor sehr flach und eignen sich dadurch besonders gut für Essbereiche. Auch lassen sich durch die Used-Optik sehr schöne Kontraste zu modernen Einrichtungen schaffen. Wohnlandschaften werden zu gemütliche Wohlfühlinseln verwandelt.

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Patchwork- und Vintageteppiche in Wohnräumen ->

 

 


101 Kelim – Textile Kunstwerke aus Anatolien im Stilwerk

Kelim Ausstellung 9. – 31. Dezember

Kelims sind Zauberkünstler: Sie machen einen Raum behaglich, verleihen ihm jedoch darüber hinaus durch ihre eigenständigen, ganz individuellen Muster eine sehr persönliche Note. Da ihre Designs eher grafisch betont sind, fügen sie sich auch in moderne Einrichtungen besonders harmonisch ein.

Vom 9. bis zum 31. Dezember haben Sie die Gelegenheit, im Stilwerk bei „Kiran Kelim und Teppich Kunst “ eine Auswahl von über 100 attraktiven Kelims zu sehen – Kelims mit den
unterschiedlichsten Mustern, in allen Größen, in leuchtenden oder gedeckten Tönen.

Sonderpräsentation am 9. Dezember

Am 9. Dezember 2015 von 1o bis 22 Uhr findet im Stilwerk-Forum im 5. Stock auf großer Fläche eine Präsentation besonders edler, alter Stücke aus der Kiran-Sammlung statt. Alle Kelims sind verkäuflich.

 

Neue Läufer eingetroffen

608x76_3280_3381_2niw-999x606Pünktlich zum Beginn der kalten Jahreszeit haben wir unseren Bestand wieder mit schönen handgewebten Kelims aufgefüllt. Mit dabei ist diesmal wieder ein großer Posten älterer, anatolischer Kelimläufer. Alle Läufer sind auf schmalen Webstühlen gewebt worden und sind in einem ausgezeichneten Zustand. Das Farbspektrum reicht von gedecktem Weiß über verschiedenen Grautöne bis hin zu tiefdunklem Anthrazit. Aufgelockert werden diese Läufer durch eingewebte Streifen oder kleine Stickereien. Diese Grundfarben entstehen hier durch die natürlichen, ungefärbten Materialien wie Schafwolle, Ziegenwolle oder Baumwolle.

Daneben gibt es auch farbenfrohe Läufer, beispielsweise in leuchtendem kräftigen Rot oder geheimnisvollen Grün- und Blautönen.

Die Breiten variieren zwischen 65 cm und 115 cm und die Längen gehen bis über 8 Meter – wobei nach Bedarf auch fachgerecht gekürzt werden kann. Diese Läufer eignen sich auch hervorragend zum Verlegen auf Treppen.

Auch neue Kelimläufer aus dem Mazandarangebiet sind wieder erhältlich. Hier bestechen vor allem die oft ungewöhnlichen Farbkombinationen und die feingewebten Farbverläufe. Diese Läufer sind durch die besonders festversponnene Wolle sehr flach, was besonders vorteilhaft ist, wenn Türen über den Kelim geöffnet werden.

Eine große Auswahl an Läufern finden Sie auch hier Läufer 

Patchworkteppich Frühjahrskollektion

Frisch eingetroffen ist unsere neue Kollektion von anatolischen Patchworkteppichen: Leuchtende, frische Farben im Zusammenspiel mit feingezeichneten floralen oder abstrakten Ornamenten machen jeden dieser Teppiche zu einem unverwechselbaren Unikat. Neu sind die detailverliebten, kleinteilig zusammengestellte Teppiche und Läufer die in ihrer Art an die Bilder von Hundertwasser erinnern. Diese sind besonders aufwändig in der Herstellung.

Außerdem gibt es verschiedene Ton-in Ton-Varianten, beispielsweise in kräftigem Violett, hellem Gelb oder zurückhaltendem Beige.

Die Patchworkteppiche haben wir in verschiedenen Formaten, vom kleinen Teppich bis zu 350 cm x 250 cm sind neben Läufern bis über 10 m Länge angefertigt. Jedes einzelne Stück wurde erst umgekettelt um dann wie in einem Puzzle von Hand mit anderen Teilen zu einen großen Ganzen zusammengefügt zu werden.

Zu sehen sind alle Teppiche im Stilwerk Berlin.

 

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Über die Geschichte und Herstellung von Kelims

Über die Geschichte und Herstellung von KelimsKelims (türkisch Kilim, persisch  Gelim) sind gewebte Teppiche oder Wandbehänge. Die Besonderheit ist, dass der Schussfaden auf beiden Seiten des Kelims das Muster bildet. Herkunftsgebiete dieser Kelims sind vorwiegend Anatolien, das Kaukasusgebiet und Persien.
Die Webkunst ist eine der ältesten Handwerkskünste der Menscheit. Die ältesten heute bekannten und künstlerisch bereits hervorragenden Kelime stammen aus dem 16. Jahrhundert. Andere, mittels der Radiokarbonmethode analysierte Kelimfragmente wurden auf das 13. bis 14. Jahrhundert datiert. Anatolische Textilfragmente aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. deuten auf eine noch ältere Kenntnis der Schlitzkelimtechnik. Die Theorie, dass bereits im Neolithikum Kelims gefertigt wurden, wird nach Ausgrabungsfunden in Catal Hüyük (Türkei) heute wissenschaftlich diskutiert.

Nutzung von Kelims

Das Weben von Kelims geht auf eine jahrhundertealte und vorislamische Tradition zurück. Nomaden haben auf Webstühlen ihre Zeltbehänge, Bodenbeläge und Decken gewebt. Muster und Motive wie Pflanzen oder Tiere sind Abbilder aus der natürlichen Umgebung. Die Frauen der verschiedenen Nomadenstämme haben über Generationen ihre eigenen Varianten hervorgebracht und überliefert. Mit dem Rückgang der Nomadenvöker hat auch die Produktion für den Eigengebrauch stark abgenommen.

Herstellung

Ein Kelim wird aus zwei Arten von Garn und Faden hergestellt: Kette und Schuß. In der Grundform ist dies eine sehr einfache Webmethode. Sie lässt sich bis in prähistorische Zeiten zurückverfolgen.

Die Kettfäden bestimmen durch den Abstand zueinander auf dem Webrahmen die Breite des Kelims. Die Länge der Kettfäden bestimmt die maximale Länge des Kelim.

Die horizontalen Schussfäden, die über und unter nebeneinanderliegenden Kettfäden geführt werden, kennzeichnen den Kelim. Die Schussfäden werden fest genug aneinander geklopft, so dass die vertikalen Kettfäden verdeckt sind. Daher verdankt ein Kelim ausschliesslich den Schussfäden sein Erscheinungsbild. Alle Muster sind das Ergebnis der nebeneinander gesetzten Schussfäden mit unterschiedlichen Farben. Daher können für die Kette auch ungefärbte Garne verwendet werden. Die Garne für die Schussfäden sind hingegen farbig.

Schlitz-Technik

Eine Besonderheit sind Schlitzkelims. Bei diesen wird genau an der gleichen Kette der Schussfaden umgekehrt, so dass im Gewebe ein Schlitz entsteht. Wenn bei einem Muster- auch ein Farbwechsel in seitlicher Richtung erfolgt, wird der letzte farbige Schuss um den letzten Kettfaden der entsprechenden Farbfläche herumgeführt. Daher entsteht bei angrenzenden Flächen ein vertikaler Schlitz. Diese namengebenden Schlitze werden für den Erhalt einer größeren Gewebefestigkeit möglichst klein gehalten.

Verbreitung von Kelims

Die Zentren der Kelimherstellung sind vor allem das anatolische, armenische und iranische Hochland sowie Transkaukasien, der Hohe Kaukasus und die ans Afghanische Hochland angrenzenden Regionen.

Anatolische Kelims

Anatolische Kelims sind durch ihre Farbbrillanz und das Farbspiel der Muster gekennzeichnet. Durch die unüberschaubare Fülle von Kelim-Designs ist es schwierig, jeden einzelnen Kelim akkurat zuzuordnen. Letztlich sind Farbe, Muster, Webung, Größe und Materialien entscheidend. Anatolische Kelims wurden und werden von nomadischen Vökern hergestellt. Dazu zählen die indigenen Kurden, sowie seßhaft gewordene Turkvöker und die oghusischen Seldschuken und Oghuz Osmanen. Am bekanntesten und meisten geschätzt werden Kelims, die traditionelle Provinzbezeichnungen von Städten, Regionen und Dörfern haben, wie Konya, Malatya, Karapinar und Denizli.

Kaukasische Kelims

Der Kaukasus ist ein Gebiet mit wechselvoller Geschichte und uneinheitlicher Besiedelung. In der stark zerklüfteten Landschaft des großen Kaukasus, sowie in Nord-Kaukasien und dem südlichen Transkaukasien, haben sich einzelne Stämme angesiedelt und, zum Teil bis heute, ihre Unabhängigkeit bewahrt und ihre eigene Kultur gepflegt. Eine Eigenart kaukasischer Kelims ist die Wiederholung strenger geometrischer Motive in horizontaler Anordnung. Besonders deutlich ist das bei den im Kazak- und Schirwangebiet hergestellten Schlitzkelims zu sehen.

Persische Kelims

Frühe arabische und persische Dokumente erwähnen Teppiche, ohne zwischen Knüpf- und Webteppich deutlich zu unterscheiden. Im Hudud-al-Alam-Text aus dem 11. Jahrhundert findet man Hinweise auf Kelims aus Transoxanien, aus Tabaristan und Fars. Persische Kelims werden hauptsächlich von Nomaden hergestellt, als Teppiche ohne Flor oder als Taschen und Zeltvorhänge. Orange ist bei den Gaschgai Nomaden als Akzentfarbe sehr beliebt. Sechsecke, sogenannte Güls, sowie Quadrate finden sich ebenfalls häufig in Bordüren von Kelims aus Südpersien.

Patchwork-Kelims

Patchwork-Kelims sind handgewebte Teppiche, die aus neuen und älteren Kelims sowie Satteltaschen, Teilen von Nomadenzelten usw. zusammengefügt sind. Die einzelnen Teile werden zu neuen, überraschenden Mustern und in verschiedenen Größen vernäht. Die Teppiche stammen meistenteils von Nomaden des Iran oder der Türkei. Gemeinsam ist ihnen die Harmonie von Farben und Mustern.